Automobilbranche

Bei der Branchenbetrachtung für die Automobilbranche wurden die Unternehmen BMW, Bosch, DaimlerChrysler, Volkswagen und ZF Friedrichshafen berücksichtigt. Die Performance dieser Unternehmen wurde auch zur Ermittlung des Branchenbenchmarks, also der branchendurchschnittlichen Ressourceneffizienzen herangezogen. Daraus ergeben sich für den Betrachtungszeitraum von 2002 bis 2004 die folgenden Werte:






S V   -   B E N C H M A R K   A U T O M O B I L B R A N C H E 

Die Untersuchung anhand des Branchenbenchmarks zeigt, dass drei Automobilunternehmen gemessen an der durchschnittlichen Ressourceneffizienz der fünf betrachteten Automobilunternehmen im Jahr 2004 einen positiven Sustainable Value schaffen. BMW liegt interessanterweise in der Betrachtung des absoluten Sustainable Value mit einem branchenspezifischen Benchmark im Jahr 2004 an erster Stelle. DaimlerChrysler, die in der entsprechenden Betrachtung mit dem Benchmark deutsche Volkswirtschaft den höchsten Sustainable Value erwirtschaften, liegt im direkten Vergleich mit Automobilunternehmen nur auf Platz zwei. Diese Verschiebung zeigt, wie unterschiedlich die Anforderungen eines Branchenbenchmarks gegenüber dem Benchmark der deutschen Volkswirtschaft sind. So liegt beispielsweise die Wassereffizienz des Branchenbenchmarks Automobil 15-mal höher als in der Volkswirtschaft. Gleichzeitig setzt DaimlerChrysler 10-mal mehr Wasser ein als BMW. Dass sich die Spitzenposition im Vergleich zur volkswirtschaftlichen Betrachtung verändert, ist folglich darauf zurückzuführen, dass sich die relative Gewichtung der Ressourcen im Branchenbenchmark und im volkswirtschaftlichen Benchmark unterscheiden.

ZF Friedrichshafen und Volkswagen erwirtschaften gemessen an der durchschnittlichen Performance in ihrer Branche den niedrigsten Sustainable Value.




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E K V   -   B E N C H M A R K   A U T O M O B I L B R A N C H E 

Korrigiert man diese Betrachtung um den Größeneffekt der Unternehmen, indem man das Ertrags-Kosten-Verhältnis bildet, zeigt sich, dass DaimlerChrysler zwar aufgrund seiner Größe einen hohen absoluten Sustainable Value erwirtschaftet, jedoch mit einem EKV von 1,1 : 1 lediglich 1,1-mal effizienter operiert als der Durchschnitt der betrachteten Automobilunternehmen. VW erzielt im Branchenvergleich ein EKV von 1 : 1,3, während ZF Friedrichshafen nur ein EKV von 1 : 1,8 erreicht. Das bedeutet, dass VW seine ökonomischen, ökologischen und sozialen Ressourcen rund 1,3-mal effizienter einsetzt als ZF Friedrichshafen. Diesen Wert erhält man, indem man die Ertrags-Kosten-Verhältnisse der Unternehmen als absolute Zahl kalkuliert und teilt (0,75/0,56=1,3), BMW, mit einem EKV im Branchenvergleich von 1,9 : 1, ist 3,5-mal effizienter als ZF Friedrichshafen.




Detaillierte Rückschlüsse über die Hintergründe der unterschiedlichen Performance der fünf Automobilhersteller erfordern auch hier eine eingehendere Untersuchung der einzelnen Unternehmen. Einige Gründe erschließen sich aber auch aus den veröffentlichten Daten der Unternehmen. So ist zum Beispiel die Verschlechterung des Ertrags-Kosten-Verhältnisses von Bosch in den Jahren 2003 und 2004 hauptsächlich auf SOX-Emissionen zurückzuführen, die von einem zusätzlichen Standort herrühren, der große Mengen Kohle verbraucht hat.


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